Autor:
Tobias Boba
Lesedauer:
7 Minuten
„Ich sitze im Auto. Motor aus. Und ich höre das Piepen noch.“
Andreas sagt das leise, fast entschuldigend. Er arbeitet ist Arzt in einem städtischen Krankenhaus.
Aber ehrlich: Dieser Satz passt auch zu vielen Führungskräften, die ich begleite. Wer viel Verantwortung trägt, ständig unterbrochen wird und Entscheidungen unter Druck treffen muss, nimmt den Lärm manchmal mit nach Hause.
Ich frage: „Wann ist es am schlimmsten?“
„Nach Schichten, die…“ Er sucht ein Wort. „…die hängen bleiben.“
Ich nicke. Und ich sage etwas, das ein Missverständnis sauber aufräumt: Resilienzarbeit ist dafür da, dass du unter Druck bewusst steuern kannst: weniger automatisch reagierst, klarer entscheidest und nach belastenden Situationen wieder in Regeneration kommen kannst.
Und genauso klar kommt die Grenze: Sie ist nicht dafür da, Dauerüberlast, Personalmangel oder toxische Kultur zu normalisieren. Sonst wird Resilienz zum Pflaster auf eine offene Wunde. Mit dieser Haltung schaue ich auf Studien: nicht als Wunder-Beweis, sondern als Rückenwind. Was hilft im Schnitt und wie bringt man das in die echte Welt?
Eine aktuelle Netzwerk-Metaanalyse hat 39 randomisierte Studien mit Gesundheitsfachkräften verglichen und Interventionen danach gerankt, wie stark sie Resilienz erhöhen und Stress senken. Im Vergleich lagen drei Ansätze am häufigsten vorne:
Wichtig: „Vorne“ heißt nicht „wirkt immer“. Es heißt: Wenn man viele Programme nebeneinander legt, schneiden diese im Schnitt am besten ab und es gibt dabei trotzdem Streuung, unterschiedliche Programme und typische Studiengrenzen (z. B. Heterogenität, indirekte Vergleiche, unterschiedliche Formate).
Der Punkt, der für Führungskräfte wirklich zählt, ist deshalb nicht „Welche Methode ist der Star?“
Sondern: Welcher Ansatz passt zu deinem Stressmuster?
Ich arbeite nicht nach dem Motto: „Methode X hilft allen.“
Ich arbeite nach Stressmustern. Weil Dauerstress nicht immer gleich aussieht.
Typischer Satz: „Ich bin müde, aber mein Kopf lässt mich nicht schlafen.“
Oder: „Ich höre das Piepen noch.“ Hier starte ich oft mit achtsamer Beobachtung:
- bemerken: „Ich bin im Alarmmodus.“
- Abstand zwischen Auslöser und Reaktion schaffen
Erst wenn der Puffer wieder da ist, lohnt sich die nächste Stufe.
Typischer Gedanke: „Wenn ich das abgebe, wird es schlecht.“
Hier bewährt sich oft CBT-Logik (auch außerhalb von Therapie, als Werkzeugkasten):
Typischer Satz: „Früher war ich stolz. Jetzt ist mir alles egal.“ Hier hilft häufig Positive Psychologie, aber nicht als „denk positiv“, sondern als Ressourcenarbeit:
Manchmal ist das überraschend bodenständig: wieder sehen, was du trotz allem möglich machst, statt nur das, was nicht geht.
Dann ist Struktur oft der erste Hebel, nicht Technik:
Das ist auch Resilienzarbeit, nur auf Systemebene.
Resilienz ist Selbstführung. Die Organisation bleibt verantwortlich für Bedingungen, die Gesundheit ermöglichen.
Ich frage selten zuerst nach Fragebögen. Ich frage nach Zeichen im echten Leben:
Resilienz bedeutet nicht Abhärtung.
Sie bedeutet: Mitgefühl ohne Selbstzerstörung.
Wenn du dich hier wieder erkennst: Ein guter Start ist selten „noch eine Methode“.
Ein guter Start ist Klarheit, welcher Hebel zu deinem Stress passt.
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