Praxisbeispiel · Anti-Stress-Coaching

Wie eine leitende Führungskraft bei Dauerstress wieder klar priorisieren, delegieren und sich erholen konnte

Praxisbeispiel zum Anti-Stress-Coaching bei Dauerstress und Selbstführung

Anonymisiertes Praxisbeispiel aus dem Anti-Stress-Coaching.

Dauerstress beginnt selten mit einem einzelnen Ereignis. Häufig entsteht er über Jahre: durch hohe Ansprüche an sich selbst, ständige Erreichbarkeit, Verantwortung, fehlende Erholung und die Überzeugung, alles allein schaffen zu müssen.

Dieses Praxisbeispiel zeigt die Zusammenarbeit mit Stefanie, einer leitenden Führungskraft in einem mittelständischen deutschen Unternehmen.

Auf einen Blick

Ausgangslage
Hohe Verantwortung, Daueranspannung, Schlafprobleme und fehlende Erholung
Einstieg
Kennenlerngespräch und anschließendes Anti-Stress-Coaching
Schwerpunkte
Stressanalyse, Stärken und Typenanalyse, automatisch ablaufende Programme erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten im Alltag erproben
Gemeinsame Ziele
Belastende Muster verändern, Erholung verankern, klarer priorisieren, passender delegieren und einen persönlichen Plan für alte Muster entwickeln
Heute
Die Zusammenarbeit ist abgeschlossen. Stefanie nutzt ihre Erkenntnisse und Routinen selbstständig im Alltag.

Als die Belastung nicht mehr nur im Beruf spürbar war

Stefanie trägt viel Verantwortung und hatte sich über lange Zeit daran gewöhnt, Leistung mit Selbstüberforderung zu verbinden. Überstunden, Erschöpfung und der Gedanke, alles allein schaffen zu müssen, erschienen ihr lange als normal. In ihrem beruflichen Umfeld wurde dieser Einsatz teilweise sogar noch verstärkt.

Irgendwann blieb die Anspannung jedoch nicht mehr im Büro.

Nach einem intensiven Streit an einem Wochenende reagierte Stefanie ihrer Tochter gegenüber schärfer, als sie es von sich kannte. Die Situation belastete sie sehr. Sie empfand sich selbst nicht als unfairen oder abweisenden Menschen und merkte gleichzeitig, dass sie zu erschöpft war, um Zeit mit ihrer Familie wirklich genießen zu können.

Auch körperlich wurde die Daueranspannung spürbar: schlechter Schlaf, fehlende Erholung, Rückenschmerzen und Magenbeschwerden.

Das war der Punkt, an dem Stefanie entschied, sich Unterstützung zu suchen. Sie wollte wieder besser für sich selbst sorgen und ihre Beziehungen nicht weiter unter der Belastung leiden lassen.

Bei den Ursachen beginnen

Vor der Zusammenarbeit stand ein Kennenlerngespräch. Danach entschied sich Stefanie für das Anti-Stress-Coaching.

Zu Beginn wurden gemeinsam Ziele festgelegt, an denen Stefanie und Tobias einen erfolgreichen Abschluss der Zusammenarbeit erkennen würden:

  • Stefanie kann eigene Stressauslöser identifizieren und frühzeitig erkennen.
  • Sie hat automatisch ablaufende Programme, innere Antreiber und Glaubenssätze erkannt und kann sie bewusst überprüfen und verändern.
  • Sie kennt weitere Handlungsmöglichkeiten und kann mit mehr innerem Abstand entscheiden, priorisieren und handeln.
  • Es gibt feste Regenerationsphasen, die ausreichend Kapazität für persönliche, private und berufliche Leistungsfähigkeit schaffen.
  • Sie ist sich ihrer eigenen Stärken und möglichen blinden Flecken bewusst.
  • Es gibt einen persönlichen Plan für Situationen, in denen sie merkt, dass alte Muster wieder stärker werden.

Hinter ihrer Überlastung standen automatisch ablaufende Denk und Verhaltensmuster. Sie zeigen sich bei Menschen sehr unterschiedlich. Manche erleben einen starken Druck, immer stark sein zu müssen. Andere wollen alles perfekt machen, es allen recht machen, besonders schnell sein oder sich ständig noch mehr anstrengen.

Bei Stefanie wurde besonders deutlich, wie stark die Überzeugung wirkte:

„Ich muss stark sein und alles selbst schaffen.“

Daraus entstand schnell eine weitere innere Regel:

„Wenn ich Hilfe annehme oder Aufgaben abgebe, bin ich weniger wert.“

Solche Programme wirken häufig unbewusst. Sie beeinflussen Entscheidungen, Selbstgespräche und Verhalten, ohne dass sie im jeweiligen Moment bewusst wahrgenommen werden.

Deshalb begann die Arbeit mit einer ausführlichen Stressanalyse sowie einer Stärken und Typenanalyse. Diese Auswertungen lieferten erste Hinweise. Entscheidend waren jedoch die anschließenden Gespräche über konkrete Situationen aus Stefanies Alltag: Wie reagiert sie unter Druck? Welche Gedanken laufen in schwierigen Momenten ab? Wo übernimmt sie zu viel? Wann verurteilt sie sich selbst besonders hart?

Die Bewusstwerdung war nicht immer angenehm. Stefanie beschreibt sie rückblickend als teilweise herausfordernd, aber notwendig. Erst als die wiederkehrenden Muster sichtbar wurden, konnte sie bewusst entscheiden, was sie verändern wollte.

Neue Handlungsmöglichkeiten im Alltag entwickeln

Die Zusammenarbeit folgte keinem starren Ablaufplan. Sie orientierte sich an Stefanies persönlicher Situation, ihren Stärken und dem, was im jeweiligen Moment wirklich hilfreich war.

Belastende Situationen wurden konkret betrachtet. Stefanie schilderte, was passiert war, wie sie reagiert hatte und welche Gedanken dabei eine Rolle spielten. Gemeinsam wurde mit innerem Abstand analysiert, was in der Situation tatsächlich geschah, welche Erwartungen oder inneren Antreiber wirksam waren und was sie beim nächsten Mal anders machen könnte.

Dabei wurden Situationen bewusst auch aus anderen Perspektiven betrachtet. Das half Stefanie, nicht automatisch in ihre gewohnten Bewertungen und Reaktionen zurückzufallen. Neue Handlungsmöglichkeiten wurden anschließend im Alltag ausprobiert und in den nächsten Gesprächen reflektiert.

Im Mittelpunkt standen unter anderem:

  • belastende Selbstgespräche früher erkennen und verändern,
  • den Blick stärker auf eigene Stärken und realistische Handlungsmöglichkeiten richten,
  • Prioritäten klarer setzen,
  • Verantwortung bewusster teilen und Aufgaben passender delegieren,
  • Erholung nicht nur als Belohnung nach Leistung, sondern als Voraussetzung für gesunde Leistungsfähigkeit verstehen,
  • neue Routinen für Bewegung, Entspannung, Selbstreflexion und Familie entwickeln,
  • einen persönlichen Plan nutzen, wenn alte Muster wieder stärker werden.

Das Ziel war nicht, weniger Verantwortung zu übernehmen. Es ging darum, Verantwortung so zu gestalten, dass sie langfristig tragbar bleibt.

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Was sich verändert hat

Stefanie berichtet, dass sie heute besser schläft, sich wieder zuverlässiger erholen kann und deutlich mehr Energie im Alltag hat. Auch Rücken und Magenbeschwerden treten nach ihrer Rückmeldung nicht mehr auf.

Besonders wichtig ist für sie die Veränderung im Umgang mit sich selbst. Sie verurteilt sich weniger hart, erkennt belastende Gedanken früher und kann bewusster entscheiden, wie sie reagieren möchte.

Dadurch wurden auch konkrete Führungsaufgaben leichter:

  • Sie setzt Schwerpunkte klarer.
  • Sie delegiert Aufgaben bewusster.
  • Sie beschäftigt sich stärker mit den Themen, die tatsächlich einen Unterschied machen.
  • Sie kann Verantwortung übernehmen, ohne dauerhaft auf Reserve zu laufen.

Neben regelmäßiger Meditation gehören heute Bewegung, feste Zeitfenster für Erholung und bewusste Rituale mit ihrer Familie zu ihrem Alltag. Auch die Gesprächsroutinen in der Familie haben sich verändert.

In einem Coachinggespräch berichtete Stefanie, dass ihr Mann beim Frühstück gesagt habe, sie wirke zufriedener und glücklicher. Er freue sich darüber, sie wieder häufiger mit einem Lächeln im Gesicht zu sehen.

Stefanie beschreibt diese Entwicklung mit einem Satz, der ihr besonders wichtig ist:

„Ich habe mein Lächeln wiedergefunden.“

Die Zusammenarbeit heute

Die Zusammenarbeit wurde abgeschlossen, nachdem Stefanie und Tobias die zu Beginn vereinbarten Ziele gemeinsam durchgegangen waren. Die gesetzten Meilensteine waren erreicht.

Stefanie hat neue Denk und Verhaltensweisen aufgebaut, die sie selbstständig nutzen kann. Das war ausdrücklich das Ziel: nicht dauerhaft auf Coaching angewiesen zu sein, sondern den eigenen Umgang mit Stress, Entscheidungen und Verantwortung nachhaltig zu stärken.

Stimme aus der Zusammenarbeit

„Der wichtigste Schritt war für mich zu erkennen, welche automatisch ablaufenden Denk- und Verhaltensmuster mich in die Überlastung geführt haben. Erst dadurch konnte ich lernen, anders mit Verantwortung, Delegation, Erholung und mir selbst umzugehen. Heute habe ich wieder mehr Energie, mehr Freude und kann meine Rolle als Führungskraft klarer gestalten.“

Stefanie, leitende Führungskraft in einem mittelständischen deutschen Unternehmen

Was Menschen unter Dauerstress daraus mitnehmen können

Dauerstress entsteht nicht nur durch zu viele Aufgaben. Häufig halten ihn wiederkehrende Denk und Verhaltensmuster aufrecht: alles allein schaffen wollen, sich über Leistung definieren oder Erholung erst dann erlauben, wenn nichts mehr offen ist.

Anti-Stress-Coaching kann dabei helfen, diese Muster sichtbar zu machen und daraus neue, alltagstaugliche Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Es kann passend sein für Menschen, die sich dauerhaft angespannt oder erschöpft fühlen, ihre Stressauslöser und inneren Antreiber besser verstehen möchten und bereit sind, neue Gewohnheiten Schritt für Schritt im Alltag zu verankern.

Das Coaching ist nicht für die Diagnose oder Behandlung psychischer Erkrankungen gedacht und ersetzt keine Psychotherapie. Es richtet sich an Menschen, die ihren Umgang mit Stress und ihre persönlichen Handlungsmöglichkeiten bewusst weiterentwickeln möchten.

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