Praxisbeispiel
Führungskräfte Coaching im Wachstum: Vom Einzelunternehmer zur tragfähigen Vertriebsstruktur
Anonymisiertes Praxisbeispiel aus einem Immobilienunternehmen.
Wie entwickelt sich aus einem erfolgreichen Einzelgeschäft ein Unternehmen, in dem Verantwortung verteilt, Mitarbeitende gezielt entwickelt und weitere Führungskräfte aufgebaut werden?
Dieses Praxisbeispiel zeigt eine langfristige Zusammenarbeit mit einem Gründer und Inhaber im Immobilienvertrieb. Im Mittelpunkt stehen reale unternehmerische Entscheidungen: Mitarbeitende einstellen, Führung lernen, Talente entwickeln, Kooperationen aufbauen und eine weitere Führungsebene vorbereiten.
Auf einen Blick
- Branche
- Immobilienvertrieb
- Ausgangslage
- Einzelunternehmer mit dem Ziel, ein eigenes Unternehmen aufzubauen
- Zusammenarbeit
- Langfristiges Führungskräfte Coaching und unternehmerisches Sparring
- Themen
- Einstellungen, Delegation, Führungsstil, Teamaufbau, Talententwicklung, Kooperationen und Vertriebsstruktur
- Ergebnis
- Klarere Auswahl und Führungsprozesse, bewusstere Delegation und ein gezielterer Einsatz von Talenten
- Heute
- Aufbau und Entwicklung einer weiteren Führungsebene mit regional verantwortlichen Vertriebsleitern
Ausgangslage: Der Wunsch zu wachsen und Verantwortung gut zu tragen
Andreas führte zunächst allein ein Immobiliengeschäft. Der Wunsch, nicht nur selbst zu verkaufen, sondern ein Unternehmen aufzubauen und Mitarbeitende gut zu führen, war jedoch schon lange da.
Der Kontakt zu Tobias entstand nach einem Vortrag auf einer Branchenveranstaltung. Tobias sprach dort über Führung, Teamleiterstrukturen und Vertriebsaufbau im banknahen Immobiliengeschäft. Andreas erkannte darin Erfahrungen, die zu seinen eigenen Wachstumsplänen passten.
Mit den ersten Überlegungen zu Assistenz, Teamaufbau und einer strategischen Kooperation entstand eine neue Frage:
Wie kann ein Unternehmen wachsen, ohne dass alle Entscheidungen, Gespräche und Verantwortlichkeiten dauerhaft an einer Person hängen bleiben?
Strategische Gespräche und Kooperationen vorbereiten
Ein frühes Thema der Zusammenarbeit war der Aufbau einer strategischen Kooperation mit einem regionalen Finanzdienstleister.
Dabei ging es darum, Ziele, Interessen, mögliche gemeinsame Vorteile und Gesprächsgrenzen sauber vorzubereiten. Tobias unterstützte Andreas dabei, wichtige Gespräche strukturierter anzugehen und Verhandlungen über einen längeren Zeitraum klar zu führen.
Die Kooperation wurde aufgebaut und wurde zu einem wichtigen Baustein der weiteren Unternehmensentwicklung.
Führung entwickeln, ohne eine Rolle zu spielen
Mit den ersten Einstellungen kamen neue Aufgaben hinzu: Bewerbungsgespräche führen, passende Mitarbeitende auswählen, Erwartungen klären, Verantwortung abgeben und schwierige Gespräche vorbereiten.
Im Coaching wurden dafür Gesprächsstrukturen, Auswahlkriterien und konkrete Führungsfragen bearbeitet. Vor Bewerbungsgesprächen wurde jeweils geklärt, welche Anforderungen für die Stelle wirklich entscheidend sind, was wünschenswert ist, aber nicht im Mittelpunkt stehen muss, und worauf neben den fachlichen Antworten geachtet werden sollte.
Dazu gehörten unter anderem Authentizität, Ehrlichkeit, eine realistische Selbsteinschätzung, Blickkontakt und Körpersprache. Diese Aspekte dienten als zusätzliche Beobachtungspunkte, nicht als Ersatz für fachliche Eignung oder ein gutes Gespräch.
Auch der Gesprächsablauf wurde von Anfang bis Ende vorbereitet: Wie wird eine Person begrüßt? Wie entsteht eine Atmosphäre, in der sie sich ausreichend sicher fühlt, um ihr Potenzial zeigen zu können? Welche Fragen helfen wirklich weiter? Wie wird das Gespräch wertschätzend und klar abgeschlossen?
Andreas gewann dadurch mehr Sicherheit für Situationen, die vorher neu und ungewohnt waren.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung eines Führungsstils, der wirklich zu ihm passt.
Andreas hatte zunächst versucht, einen früheren Vorgesetzten nachzuahmen. Das fühlte sich weder für ihn noch für seine Mitarbeitenden stimmig an. Durch Stärkenarbeit, Reflexion und die gemeinsame Auswertung konkreter Führungssituationen wurde klarer:
- Welche Stärken kann Andreas in seiner Führung bewusst einsetzen?
- Wo liegen mögliche blinde Flecken?
- Welche Aufgaben oder Kompetenzen sollten andere im Team ergänzen?
- Wie kann er klar führen, ohne sich zu verstellen?
Das Stärkenprofil war dabei kein Etikett und keine fertige Lösung. Es war der Ausgangspunkt für Gespräche, konkrete Entwicklungsschritte und eine passendere Verteilung von Verantwortung.
Delegation praktisch gestalten
Delegation wurde nicht allgemein besprochen, sondern anhand konkreter Aufgaben und tatsächlicher Kapazitäten im Unternehmen bearbeitet.
Zunächst wurde analysiert, welche Aufgaben weiterhin bei Andreas lagen, welche davon sinnvoll übergeben werden konnten und wer im Unternehmen sie übernehmen könnte. Danach ging es um eine klare Übergabe: Was gehört genau zur Aufgabe? Welche Entscheidungsspielräume gibt es? Welche Informationen werden benötigt? Wie wird überprüft, ob die neue Aufgabenverteilung im Alltag funktioniert?
So entstand Delegation nicht als bloßes Abgeben von Arbeit, sondern als bewusster Prozess, in dem Verantwortung schrittweise und passend übertragen wurde.
Auch schwierige Gespräche wurden nicht nur theoretisch vorbereitet. Je nach Thema, Person und Situation entstanden Gesprächsleitfäden, die anschließend teilweise in Rollenspielen geübt wurden. Das half Andreas dabei, Gespräche mit mehr Klarheit und Sicherheit zu führen, ohne sich auf starre Formulierungen verlassen zu müssen.
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Talente erkennen und gezielt weiterentwickeln
Diese Form der Stärkenarbeit wurde später auch im Team genutzt.
Eine damalige Mitarbeiterin aus dem Backoffice erkannte im gemeinsamen Prozess, dass ihre Fähigkeiten und Interessen deutlich stärker im Vertrieb liegen. In Gesprächen mit Tobias und nach Rücksprache mit Andreas entstand daraus eine neue Entwicklungsperspektive.
Sie wechselte später in den Immobilienvertrieb und entwickelte sich dort zu einer erfolgreichen Maklerin.
Das Beispiel zeigt: Talententwicklung entsteht nicht dadurch, dass jemand einmal ein Profil liest. Sie braucht Gespräche, Vertrauen, passende Aufgaben und die Bereitschaft, Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen tatsächlich zu eröffnen.
Für Andreas war das auch unternehmerisch wichtig: Eine engagierte Mitarbeiterin konnte im Unternehmen weiterentwickelt werden, statt langfristig in einer Rolle zu bleiben, die nicht zu ihren Stärken passte.
Was sich konkret entwickelt hat
Über die Jahre wurde aus einzelnen Führungsfragen eine tragfähigere Vertriebsstruktur und Organisationsstruktur.
- Verantwortung wurde klarer verteilt.
- Einstellungen und Personalgespräche konnten strukturierter vorbereitet werden.
- Delegation wurde anhand von Aufgaben, Kapazitäten, Übergaben und Rückkopplung bewusster gestaltet.
- Mitarbeitende wurden gezielter nach ihren Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten eingesetzt.
- Eine strategische Kooperation wurde aufgebaut.
- Neue Mitarbeitende erleben das Unternehmen laut Andreas häufig als geordnet, kollegial und verbindlich.
- Eine weitere Führungsebene mit regional verantwortlichen Vertriebsleitern wird aufgebaut und entwickelt.
Nach Rückmeldung von Andreas soll Zusammenarbeit nicht davon geprägt sein, dass einzelne gegeneinander arbeiten oder sich gegenseitig Geschäft wegnehmen. Stattdessen wurden Regeln, Rollen und Führungsroutinen entwickelt, die Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung stärken.
Zusammenarbeit, die zum Unternehmensalltag passt
Die Zusammenarbeit folgt keinem starren Standardprogramm.
In manchen Phasen gibt es über Wochen oder Monate strukturierte Lerninhalte, konkrete Aufgaben und regelmäßige Gespräche. In anderen Phasen steht ein aktuelles Thema im Mittelpunkt: eine Personalentscheidung, ein schwieriges Gespräch, eine neue Führungsrolle oder eine organisatorische Frage.
Heute richtet sich die Arbeit mit den regional verantwortlichen Vertriebsleitern jeweils nach ihrem individuellen Entwicklungsstand. Bei manchen geht es darum, die eigenen Talente bewusster einzusetzen und als Führungskraft klarer wahrgenommen zu werden. Bei anderen stehen realistische Ansprüche an sich selbst und an Mitarbeitende, der Kommunikationsstil oder der Umgang mit Verantwortung im Mittelpunkt.
Tobias bringt dabei Erfahrungen und Perspektiven aus vergleichbaren Situationen in Führung und Vertrieb ein. Die Entscheidungen bleiben jedoch bei Andreas.
Gerade das ist ein wichtiger Teil der Zusammenarbeit: nicht abhängig von einem Coach zu werden, sondern die eigene Entscheidungsfähigkeit als Unternehmer und Führungskraft weiterzuentwickeln.
Stimme aus der Zusammenarbeit
„Die Zusammenarbeit mit Tobias hilft mir nicht nur bei einzelnen Fragen. Sie hat mir geholfen, Verantwortung klarer zu verteilen, meinen eigenen Führungsstil zu finden und eine Struktur aufzubauen, die mit dem Unternehmen wachsen kann. Besonders schätze ich die Praxisnähe: Tobias bringt Erfahrungen aus vergleichbaren Situationen ein, nimmt mir Entscheidungen aber nicht ab. Dadurch kann ich Themen klarer einordnen und sicherer entscheiden. Dass er heute auch unsere Vertriebsleiter mitentwickelt, ist für mich die konsequente nächste Stufe dieser Zusammenarbeit.“
Was andere Unternehmer daraus mitnehmen können
Wachstum braucht mehr als gute Vertriebsergebnisse. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen können, klare Rollen, passende Entwicklungswege und Führungskräfte, die ihre Organisation bewusst gestalten.
Führungskräfte Coaching kann dabei helfen, konkrete Entscheidungen besser vorzubereiten, Talente gezielter zu entwickeln und eine weitere Führungsebene aufzubauen, ohne ein starres Standardprogramm über das Unternehmen zu legen.
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